„Ich habe Visionen für die Museen, die ich umsetzen möchte.“

Düren, den 08.08.2018

Düren. Das Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum der Stadt Düren hat eine neue Leiterin. Aus zahlreichen profilierten Bewerberinnen und Bewerbern wurde Anja Dorn mit klarem Vorsprung ausgewählt und hat am 1. August 2018 die Stelle als Direktorin von Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum in Düren angetreten.

Museumsleiterin Anja Dorn. Foto: Karolina Sobel

Museumsleiterin Anja Dorn. Foto: Karolina Sobel

Die neue Museumsleiterin Anja Dorn will neue Wege gehen und neue Zugänge zum Museumsbesuch erschließen: „Ich möchte Sachen ausprobieren, in die Lücke gehen. Man muss etwas anbieten, was es in dieser Form in den Museen in Köln und Düsseldorf nicht gibt. Unsere Ausstellungen müssen sich unterscheiden.“

Für das Frühjahr 2019 plant sie eine Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum mit dem Arbeitstitel „Industrielandschaften“. Ihre Vorüberlegungen dazu machen deutlich, worauf es ihr ankommt: Ausgangsexponat ist ein Bild „Lendersdorfer Blechwalzwerk“ aus dem Besitz des Leopold-Hoesch-Museums. Der thematische Ausgangspunkt ist eine Frage mit konkretem lokalen und regionalen Bezug: „Was ist das für eine Landschaft zwischen Köln und Aachen?“, die Frage nach der Darstellung von Landschaften wie der Tiefebene zwischen Düren und Jülich, Landschaften  mit den Wunden des Tagebaus. „Eine der härtesten Landschaften, die es bundesweit gibt. Das ist prägend. Für viele existiert das Heimatdorf nicht mehr.“, meint Anja Dorn. Diese lokale und regionale Erfahrung schlägt Brücken zu anderen Menschen. „In der Lausitz beispielsweise hat man ähnliche Erfahrungen gemacht“, erklärt sie. 

Solche Berührungspunkte öffnen die regionalen Erfahrungen für andere und führen sie ins Weite, in globale Zusammenhänge: Wie erleben die Industrie-Emigrantinnen und Emigranten der 70er Jahre, die man früher als Gastarbeiter bezeichnete, diese Industrielandschaft, in die es sie vielleicht aus idyllischem europäischem Süden hin verschlagen hat? Wie gehen Künstlerinnen und Künstler anderer Kulturen, zum Beispiel in Japan nach Fukushima, mit Landschaften um und wie stellen sie diese dar?

Noch viele weitere Facetten rund um das Thema, das jedem etwas zu sagen hat und jeden anspricht, will Anja Dorn in der Ausstellung aufgreifen. Das ist ein sehr komplexes Vorhaben, eine große Vision. Wie soll sie realisiert werden? Auch darüber hat die Museumsdirektorin bereits ganz praktische Überlegungen angestellt: Aufgrund ihrer breiten Berufspraxis kann sie auf ein Netzwerk älterer und jüngerer Künstlerinnen und Künstler zurückgreifen, auf Archive und Kontakte. 

Anja Dorn ist 1971 in Köln geboren und studierte dort und in Florenz Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Volkswirtschaftslehre.

Als eine von zwei Direktorinnen des Kölnischen Kunstvereins organisierte sie ab 2007 Einzelausstellungen und themenbezogene Gruppenausstellungen. Im Anschluss kuratierte sie 2011 das „Festival der jungen Talente!“ in Frankfurt am Main. Die letzten fünf Jahre war Anja Dorn als Professorin für kuratorische Theorie und dramaturgische Praxis am Fachbereich Ausstellungsdesign und Szenenfotografie der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe tätig. 

Die neue Museumsdirektorin sieht im Leopold-Hoesch-Museum ein Aushängeschild für die Stadt, einen Schatz, der gepflegt werden muss. Aber bei der Pflege des Vorhandenen will sie nicht stehenbleiben, sondern setzt auf künstlerische Dialoge, Vernetzungen mit Studentinnen und Studenten verschiedener Hochschulen, möchte Gespräche und Austausch mit Institutionen und Menschen in Düren in Gang bringen. Vielversprechend findet Anja Dorn die Verbindungen zwischen Leopold-Hoesch-Museum und dem neu gestalteten Dürener Papiermuseum, die ihrer Meinung nach interessante Möglichkeiten eröffnen. Papier soll in beiden Museum weiter im Fokus stehen. Das Papiermuseum, das am 9. September seine Tore mit einem ganz neuen Konzept eröffnet, möchte sie nicht als lokales Museum verstanden  sehen, sondern betont, dass sich gerade zum Thema Papier internationale Themen und Kooperationen anbieten. 

 

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