Zwei neue Facetten der Partnerschaft zwischen Düren und Gradačac

Düren, den 30.07.2018

Düren. Die vielfältigen Verbindungen zwischen Düren und der Partnerstadt Gradačac in Bosnien-Herzegowina sind um zwei weitere Facetten reicher geworden. Die Bemühungen der Dürener Partnerschaftsbeauftragten Katja Schmitz und ihrer bosnischen Kollegin Indira Hiseni, Verbindungen zwischen jungen Leuten aufzubauen, haben positive Ergebnisse gebracht. Nachdem im vergangenen Jahr eine Gruppe aus dem Kinderheim in Gradačac Düren besuchte und unter anderem die Annakirmes erlebte, folgte in diesem Jahr eine Gruppe Erwachsener mit körperlicher oder geistiger Behinderung, die in Bosnien vom Verein „Kutak Radosti“ (Ecke der Freude) betreut werden.

Ein Erinnerungsfoto nach Gesprächen und Mittagessen mit dem Bürgermeister in den Rurtalwerkstätten. Foto: Stadt Düren

Ein Erinnerungsfoto nach Gesprächen und Mittagessen mit dem Bürgermeister in den Rurtalwerkstätten. Foto: Stadt Düren

Bürgermeister Paul Larue hatte sie bei seinem letzten Aufenthalt in der Partnerstadt zu dem Besuch eingeladen. Katja Schmitz realisierte die Einladung und organisierte gemeinsam mit der Lebenshilfe Düren e.V. ein Programm, das viele Möglichkeiten der Begegnung mit Menschen bot, die von der Lebenshilfe begleitet werden und in den Rurtalwerkstätten arbeiten.

Kurz danach erlebt eine Gruppe von bosnischen Studenten und eine Verwaltungsmitarbeiterin aus Gradačac das Ferienlager des Dürener Jugendamtes am Badesee mit, wo im nächsten Jahr ein internationales Camp mit bosnischen Jugendlichen das vorhandene Angebot an Feriencamps des städtischen Jugendamtes erweitern soll.

„Wir planen ein Camp als niederschwelligen Ort der Begegnung mit 15 Kindern aus Düren und 15 Kindern aus der Partnerstadt Gradačac“, erläutert Carina Salentin, Abteilungsleiterin Sozialpädagogische Dienste des städtischen Jugendamtes, die zusammen mit Peter Junker, Leiter der Mobilen Jugendarbeit in Düren und Motor der diversen Feriencamps des Jugendamtes am Badesee, das neue Internationale Ferienlager unterstützen wird. Die Studentengruppe sieht sich dieses Jahr vor Ort um und wird –so Katja Schmitz- als Multiplikator die Idee und ihre konkrete Umsetzung in Gradačac vorstellen und die Vorbereitungen durchführen.

Bürgermeister Paul Larue begrüßte beide Gästegruppen herzlich und freute sich sehr darüber, dass die Partnerschaft auf so vielen Ebenen so lebendig ist und es bereits ganz konkrete Überlegungen gibt, die angeknüpften Verbindungen in Zukunft weiterzuführen und zu verstärken. Aus den Gesprächen nahm er Anregungen mit, wie den Wunsch der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter vom Verein „Kutak Radosti“, der von der Stadt Gradačac  unterstützt wird, nach einem Behindertenfahrzeug, das auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist. 

„Der Austausch wäre in dieser Form nicht möglich gewesen ohne gute und starke Partner wie Lebenshilfe und Rurtalwerkstätten vor Ort, die uns helfen, diese Spezialprogramme zu organisieren.“, betonte Paul Larue. 

Für die gehandicapten Menschen aus Gradačac war es bis auf eine Ausnahme das erste Mal, dass sie mit dem Flugzeug geflogen sind, für einige sogar das erste Mal, dass sie ihre Heimatstadt verlassen haben. Sie erlebten unter anderem eine Rundfahrt auf dem Rursee gemeinsam mit Menschen der Lebenshilfe und eine Besichtigung der Rurtalwerkstätten, begleitet von intensiven Gesprächen. „So eine Werkstatt gibt es bei uns nicht“, sagte eine bosnische Sozialarbeiterin nach der Führung durch die Rurtalwerkstätten. 

Voneinander lernen, das ist auch in der Rurstadt gewünscht und gewollt, weshalb Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfe bereits einen Besuch mit von ihnen betreuten Menschen aus Düren in der bosnischen Partnerstadt planen.

 

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