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Kirschkernweitspucken

Am Samstag, dem 26. Juli 2014, von 15:00 bis 17:00 Uhr
auf dem Polizeihundesportplatz am Rurdammweg
40. Weltmeisterschaft im Kirschkernweitspucken

39. Weltmeisterschaft im Kirschkernweitspucken: Ein heißer Wettkampf mit internationalem Flair

In sengender Sonne standen die Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche Schlange, um an den 39. Kirschkern-Weltmeisterschaften auf der Annakirmes in Düren teilnehmen zu können. Den zahlreichen Zuschauern im Schatten blieb angesichts der Weiten, die von den Kirschkern-Artisten trotz Gluthitze erzielt wurden, die Spucke weg. Platzmeister Achim Greiff verbrauchte mehrere Kreidestücke und das Mikrofon von Moderator Robert Wirtz mehrere Batterien, ehe die neuen Weltmeister gefeiert werden konnten.

Ashley Kraus aus der niederländischen Stadt Venlo wurde mit einer Weite von 9,99 Metern souverän Weltmeisterin der Junioren im Kirschkernspucken.

Ashley Kraus aus der niederländischen Stadt Venlo wurde mit einer Weite von 9,99 Metern souverän Weltmeisterin der Junioren im Kirschkernspucken.

"Hier ist das Wimbledon des Kirschkernweitspuckens", sagte Platzmeister Achim Greiff während des Wettkampfs in dieses Mikrofon, ein bisschen leise und verhalten, weil er gerade einen Kirschkern rund kaute, mit dem er traditionsgemäß später am Wettkampf teilnahm.
"Die Kirschen müssen von den Kernen ganz abgegessen und -gelutscht sein, sonst klappt es nicht!" riet Robert Wirtz den Anfängern unter den Teilnehmern. Ashley Kraus ist so eine Anfängerin. Sie kommt aus der niederländischen Stadt Venlo, macht mit der Familie Ferien in und um Düren, meldete sich spontan untrainiert zum Wettbewerb und erspuckte sich souverän auf Anhieb mit 9,99 Metern die Weltmeisterschaft der Junioren im Kirschkernspucken. "Damit hatte ich gar nicht gerechnet", sagte sie ehrlich überrascht.
Bei den Damen siegte buchstäblich mit ihrem letzten "Spucker"  mit einer Weite von 15 Metern Irene Holle, in Sachen Weltmeisterschaft im Kirschkernweitspucken auf dem Annakirmesplatz eine Wiederholungstäterin, die bereits fünfmal auf dem Treppchen stand. "Kann man das noch toppen?" wurde sie von Robert Wirtz gefragt. "Den Weltrekord brechen!" antwortete Irene Holle ohne zu zögern.
Der wurde bei der 375. Annakirmes auch in der Kategorie der Männer nicht überboten. Dazu war es dann doch zu heiß. Der amtierende Weltrekordhalter Oliver Kuck, der dieses Mal auch wieder mit dabei war, kam nur bis ganz dicht an das Treppchen heran. Dort stand bei den Männern zum achten Mal Hans-Peter Iven aus Düren ganz oben, der 18,67 Meter schaffte und dessen Sohn auch kräftig und gekonnt in der Weltmeisterschaft mitspuckte. Zweiter wurde bei den Männern Guido Kall vom Ordnungsamt der Stadt Düren, was ein Zuschauer mit der Bemerkung quittierte: "Beruflich muss er aufpassen, dass keiner auf den Gehweg spuckt, und hier darf er selber." 18,01 Meter spuckte der Mann vom Ordnungsamt und bekam dafür einen Pokal, von den Aachener Nachrichten gestiftet, und eine Urkunde, wie alle Vizesieger, Sieger und Drittplatzierte der 39.Weltmeisterschaft im Kirschkernweitspucken, denen Bürgermeister Paul Larue persönlich gratulierte. Der Bürgermeister dankte den Helfern, die drei Stunden in praller Sonne Kirschkerne von der Bahn gekehrt, moderiert und Siegerlisten geführt hatten, und freute sich darüber, dass die 39. Weltmeisterschaft durch eine große Gruppe Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Schweiz, durch die holländische Junioren-Siegerin und durch einen Schweden internationalen Rang, sozusagen Weltliga-Niveau, bekam und zusätzlich durch viele Teilnehmer aus den Reihen der Lechbrucker Gäste bereichert wurde, die in ihren Trachten auch beim Kirschkernspucken ein schönes Bild abgaben.

Die Weltmeisterschaft im Kirschkernweitspucken, die nächstes Jahr ihr 40. Jubiläum feiert, ist 1974 als "Schnapsidee" an der Theke entstanden. Die Theke im Kirmeszelt wird wohl auch für die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem heißen 39. Wettkampf das Ziel gewesen sein, um sich mit Junioren-Limo oder einem kühlen Bier zu erfrischen.

Die Sieger des Jahres 2013

Herren:
1. Hans-Peter Iven, Düren, Weite: 18,67 Meter
2. Guido Kall, Düren, Weite: 18,01 Meter
3. Alexander Breuer, Kreuzau, Weite: 17,02 Meter

Damen:
1. Irene Holle, Kreuzau, Weite: 15,00 Meter
2. Gabriela Heinen, Kreuzau, Weite: 14,22 Meter
3. Jutta Schmidt, Düren, Weite: 12,53 Meter

Junioren:
1. Ashley Kraus, Venlo (Niederlande) Weite: 9,99 Meter
2. Janek Kuck, Ober-Hilbersheim, Weite: 9,19 Meter
3. Annika Braun, Düren, Weite: 8,67 Meter

Weltmeisterschaft im Kirschkernweitspucken

Die Weltmeisterschaft im Kirschkernweitspucken findet auf der Hundesportplatzanlage hinter dem Standort der Alpina-Bahn statt.

Die Wettkampfanlage hinter dem Standort der Alpina-Bahn.

Die Weltmeisterschaft im Kirschkernweitspucken ist eine Schnapsidee, die im Anschluss an die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 1974 in einem Gespräch zwischen dem verstorbenen Moderator K-G Breuer und Kirmesdirektor a.D. Hans Zens geboren wurde. Die Veranstaltung wurde erstmalig am 27. Juli 1974 in Düren durchgeführt und findet seitdem alljährlich auf der Dürener Annakirmes statt. Nicht nur die Zuschauer - teilweise bis zu 2.500 an der Zahl - begeistern sich immer wieder für diese WM, sondern auch die Medien berichten gerne über die Kirschkerne. Der erste Weltmeister von 1974, Heinz Michels aus Hürtgenwald-Horm, wurde beispielsweise einige Wochen nach seinem Sieg durch Lia Wöhr und Heinz Schenk in der Sendung "Zum blauen Bock" vorgestellt. Der aktuelle Weltrekord bei den Männern - aufgestellt von Oliver Kuck im Jahre 2003 - liegt übrigens zurzeit bei 21,71 m. Die Frauen können immerhin eine Weite von 15,24 m vorweisen. Diese durch Conchita Kohler (Schweiz) aufgestellte Bestmarke hat ebenfalls seit 2003 Gültigkeit.

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