Kirschkernweitspucken

Berichte über die Weltmeisterschaften
im Kirschkernweitspucken der Jahre 1991 bis 1995

Jahr 1991

Bei warmem und trockenem Wetter wurde unter sach- und fachkundiger Besucherschar die diesjährige Weltmeisterschaft ausgetragen.

Weltmeister wurde Oliver Kuck, Hürtgenwald-Gey, der mit einer Weite von 20,66 m den 1983 von Hans-Peter Iven aufgestellten Weltrekord (20,59 m) knapp übertraf. Der ehemalige Weltmeister Hans-Peter Iven aus Düren-Birkesdorf musste sich mit einer Weite von 18,18 m mit dem 2. Platz geschlagen geben. Der Vorsitzende der IG Düren-City, Rainer Guthausen, Düren, erreichte mit 17,14 m einen achtbaren 3. Platz.

Der Jugendwettbewerb (bis 14 Jahren) war wie in den Vorjahren sehr gut besetzt und es gelang Alexander Breuer aus Kreuzau-Drove, sich mit 13,14 m klar abzusetzen vor Oliver Weingartz aus Düren mit 10,84 m und Sertel Ascioglu aus Düren mit 10,83 m.
Im Damenwettbewerb konnte in diesem Jahr Marianne Marx, Nörvenich, die Führung mit 11,24 m übernehmen. Judith Götting, Düren, erreichte mit 10,33 m einen hervorragenden 2. Platz und auch die Leistung von Bärbel Braun aus Düren mit 9,79 m braucht sich nicht zu verstecken.

Im Anschluss an den Wettkampf erfolgte die Übergabe der Preise an die Sieger und der damalige Stadtdirektor Creutz überreichte den Siegern zusätzlich eine Medaille zur Erinnerung an die Veranstaltung.

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Jahr 1992

In diesem Jahr fand der große Umzug von der Hundesportanlage hinter dem Achterbahnplatz in das Bayernzelt an der Langenberger Straße auf dem Annakirmesplatz statt. Die Veranstaltung wurde von einer "Open-Air-Veranstaltung" unter das schützende Zeltdach verlegt.
Die Idee stammte vom ehemaligen Weltmeister im Kirschkernweitspucken der Jahre 1983, 1986 und 1989, Hans-Peter Iven aus Düren.
Die Verlegung der "Kampfarena" erwies sich als richtiger Schachzug, um diese bekannte Veranstaltung wieder in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken bzw. dem Kirmesbesucher näher zu bringen. Zur Anlage des Polizeihundesportvereines kamen zuletzt nur noch die echten Fans. Die übrigen Besucher schienen nur noch kurz zum Gucken und Spucken, ließen sich dann aber mehr zur Kirmes locken, so dass die Wettkämpfer unter sich blieben.
Im Zelt wurde nun wieder mehr Kontakt zum Kirmesbesucher hergestellt. Selbst Neugierige fanden die Zeit, um einmal oder öfters reinzuschauen und sich über den aktuellen Stand des Wettbewerbs zu informieren.

Die Gedanken, die sich Hans-Peter Iven gemacht hatte, fanden bei allen Anklang. Selbst subtropisches Klima im Zelt hielt etwa 200 Besucher nicht davon ab, aktiv oder inaktiv an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Eine neue Bahn in strahlendem Weiß wartete auf rote Flecken von den Kernen der Sauerkirschen, die wiederum extra aus Belgien importiert werden mussten, da die einheimischen Kirschen aus der Voreifel durch die große Hitze von den Bäumen gefallen waren. Warum sollte nicht auch Europa in Form der Beschaffung von Kirschen beteiligt werden. Schließlich handelt es sich um eine Weltmeisterschaft.

Moderator und Organisator Iven konnte um 13:00 Uhr schon 100 Zuschauer begrüßen und mutige Spuckinteressierte an den Start schicken. Drei Wettbewerbe standen zur Entscheidung an: Der Jugendwettbewerb bis einschließlich 14 Jahren, Damen und die Senioren als Weltmeisterschaft.
Mit Musik im Hintergrund, Werbung für Sponsoren und Ansagen über den Wettkampfverlauf gestalteten sich drei unterhaltsame Stunden im Zelt.
Bei den Kindern siegte Sebastian Fischbach aus Düren mit 12,70 m vor Thomas Schube und Thorsten Schäfer. Mit einer Ausrollweite von 11,58 m eroberte sich Ceylan Weyermann aus Inden den Titel der Weltmeisterin im Damenwettbewerb.

Der Weltmeister steht nicht im voraus fest, denn es wird echt gekämpft in insgesamt sechs Versuchen. Doch es hat es schon oft gegeben: der alte Weltmeister ist auch der neue. Oliver Kuck schaffte es, den abgekauten und sauber gelutschten Kern insgesamt 19,58 m weit zu spucken, bis er liegen blieb. Seine Rekordmarke von 1992 mit 20,66 m erreichte er jedoch nicht. Lag es an der Spucke, an der Kirsche, an der Hitze oder an der Bahn? Auf den Plätzen zwei und drei folgten Alexander Kreischer mit 17,92 m und Thomas Braun mit 17,77 m.

Zum Schluss wurde die Siegerehrung mit Flagge, Nationalhymne und Siegertreppchen richtig stilvoll vorgenommen. Alle hatten hieran ihre Freude. Geldpreise, Medaillen, Pokale, Freikarten und eine Paris-Reise gab es für die Sieger.
Der Umzug ins Zelt hatte sich gelohnt. Der neue Rahmen passte. Erwähnt werden muss noch der Auftritt von Oliver Kuck im 1. Deutschen Fernsehen in der Sendung "Geld oder Liebe" mit Jürgen von der Lippe am 12. November 1992. Er trat dort als Kandidat in einem Sechser-Team (3 Damen und 3 Herren) auf. Natürlich war zu raten, dass Oliver Kuck den Titel des Weltmeisters im Kirschkernweitspucken 1992 führte.
Zusammen mit Besuchern und Moderator von der Lippe zeigte der amtierende Weltmeister, wie Kirschkerne weit gespuckt werden.

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Jahr 1993

Fast wäre der Wettbewerb ausgefallen, denn die Lieferung der Kirschen war ausgeblieben. Der Händler hatte zuvor mündlich zugesagt, jedoch zwei Stunden vor Beginn des Wettbewerbs war weit und breit von Kirschen nichts zu sehen.
Es begann ein Telefonmarathon auf der Suche nach der Weltmeisterschaftsmunition. Einerseits hatte ein heißer Mai die Kirschen zu früh reifen lassen. Andererseits blieb die Frage, wo bekommt man sonntags auf die Schnelle die Kirschen her? Und es klappte doch: Zuerst orderte man bei einem türkischen Geschäft in Düren süße Kirschen auf zwei Brettern im Schälchen. Dann war ein Anruf beim Obstbauern Wollseifen in Kreuzau-Boich erfolgreich. Dort hingen tatsächlich noch Sauerkirchen am Baum.
Kurzerhand fuhr der Messtrupp des Vermessungsamtes mit Amtsleiter Bernd Kürten in die nahe Eifel. Gepflückt werden konnte stehend ohne Leiter. Um 15:20 Uhr standen dann endlich vier Bretter mit Kirschen an der Bahn im Bayernzelt bereit.

Auch die zweite Meisterschaft, die im Zelt ausgetragen wurde, bewies sich als zugkräftige Sportveranstaltung. Die meisten Teilnehmer erschienen in T-Shirt, Bermuda-Shorts und Jogging-Schuhe, um im ersten Durchgang mit drei abgeknabberten Kirschkernen eine manierliche Weite zu erzielen. Das Feld der Bewerber wurde in drei Lager aufgeteilt: Damen, Junioren (männlich bis 14 Jahren) und Senioren (männlich). Mit Computer wurden Namen und Zielweiten registriert. Sortiert nach den besten Werten ging es im zweiten Durchgang gezielt an die jeweilige Spitzengruppe. Trotz sommerlicher Temperaturen und erhöhter Luftfeuchtigkeit im Zelt waren auch viele Zuschauer erschienen, um den Wettbewerb zu erleben.Neuer Weltmeister wurde Sascha Sadewasser aus Düren, mit 19,03 m. Der Weltmeister der Jahre 1992 und 1993, Oliver Kuck, wurde mit 18,50 m auf den zweiten Platz verwiesen. Seine Rekordmarke aus 1991 mit 20,66 m wurde somit nicht erreicht. Knapp auf dem dritten Platz landete Ralph Schmidt mit 18,56 m. Bei den Damen konnte Ceylan Weyermann mit 14,05 m ihren Titel erfolgreich verteidigen. Sie überholte ihre 92er Weite von 11,58 m. Dahinter auf Rang 2 kam Petra Sebastian mit "nur" 12,41 m.Der Meister bei den Junioren hieß Andreas Schmidt mit erstaunlichen 16,75 m. Auf den zweiten Platz kam Stephan Feicke mit 14,70 m. An dritter Stelle lag Mario Iven mit 14,16 m. Ein nicht unbekannter Name: Der Sohn des Weltmeisters der Jahre 1983, 1986 und 1989, Hans-Peter Iven.Dieser erfahrene Spucker hatte die Moderation an diesem Tage übernommen. Und zum Schluss blieben noch frische Kirschen übrig.

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Jahr 1994

Neun Tage lang sengende Hitze über dem Annakirmesplatz! Die höchste Temperatur wurde im Zelt mit 40 Grad und mehr gemessen. Dies hielt aber die Kirschkernspuck-Enthusiasten am ersten Sonntag der Kirmes nicht vom sportlichen Wettkampf ab. Zum 20. Mal traf sich Jung und Alt, um die Weltmeister zu ermitteln.

Die heißen Temperaturen machten allen zu schaffen:

  • den Kirschen ging der Saft aus,
  • der PC, zur Auswertung extra herbeigeschafft, stürzte ab,
  • auf der Spuck-Bahn verkümmerten die Kirschkerne.

Allen widrigen Umständen zum Trotz gelang es den Vermessern der Stadtverwaltung mit Unterstützung von Sportmoderator Robert Wirtz, den Wettbewerb durchzuführen.
Die Weiten der Sieger ließen sich natürlich nicht mit denen der Vorjahre vergleichen. An der Spitze lagen letztendlich gegen 17:00 Uhr altbekannte Kirschkernspuck-Profis, denen trotz Hitze nicht die Spucke ausgegangen war.
Der Weltmeister (der Senioren) 1994 hieß wie im Vorjahr Sascha Sadewasser, Düren, mit einer Weite von 15,50 m. Bei den Damen siegte jetzt zum dritten Mal Ceylan Aydin, (früher: Weyermann) mit einer Weite von 11,39 m. Und in der Jugendgruppe bis einschließlich 14 Jahren setzte sich Sascha Schepp, Düren, mit 12,35 m an die Spitze.
In der anschließenden Siegerehrung wurden die Gewinner durch den damaligen Bürgermeister Josef Vosen mit Schärpe und Pokal ausgestattet.

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Jahr 1995

Wie im Jahr 1994 litt die Veranstaltung wieder unter der übergroßen Hitze, die an allen Veranstaltungstagen über der Annakirmes lag. Zwei Stunden kämpften Sportler, Organisatoren und die rundgelutschten Kirschkerne gegen die Schwüle im Festzelt, bis die endgültige Entscheidung gefallen war, wer den nun der diesjährige Weltmeister war.
Die ausgeschriebenen Preise und vielleicht auch der Spaß am sportlich fairen Wettbewerb ließ trotzdem noch viele Interessierte den Weg ins Festzelt finden, um bei diesem Spaß aktiv teilzunehmen

Unter den Teilnehmern sah man manch bekanntes Gesicht aus den früheren Wettbewerben. Sie wollten es nochmals versuchen, um sich dann in diesem Jahr endlich den begehrten Platz auf dem Treppchen sichern zu können. Und tatsächlich, der Weltmeister der Wettbewerbe 1991 und 1992, Oliver Kuck, schaffte es mit einer Weite von 19,49 m, das große Feld der Teilnehmer zu schlagen, um ein drittes Mal die Siegerschärpe durch den Stadtdirektor umgehängt zu bekommen. Seine eigene noch gültige "Welt-Bestweite" mit 20,66 m hat aber weiterhin Gültigkeit. Der Titelverteidiger Sascha Sadewasser musste sich bei einer Weite von 16,51 m mit dem zweiten Platz geschlagen geben.

Bei dem Wettbewerb der Damen bekam die Vorjahressiegerin Ceylan Aydin in diesem Jahr eine starke Konkurrentin zu spüren: Aline Mühlbauers Kirschkern zog mit 11,73 m um 34 cm an Ceylans Kern vorbei. Beim Kinderwettbewerb (bis einschließlich 14 Jahre) gewann Sascha Lauterbach mit einer Weite von 12,38 m.
Der damalige Bürgermeister Josef Vosen und der frühere Stadtdirektor Eckhard Creutz überreichten den Gewinnern Geld- und Sachpreise.

Und über eins waren sich die Organisatoren des Vermessungsamtes einig: Nach vier Jahren im Festzelt findet die kommende Weltmeisterschaft wieder auf der grünen Wiese statt und zwar auf dem Polizeihundesportplatz hinter der Achterbahn bei hoffentlich angenehmen Außentemperaturen.

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