Kirschkernweitspucken

Berichte über die Weltmeisterschaften
im Kirschkernweitspucken der Jahre 1996 bis 2000

Jahr 1996

Zurück zu den Ursprüngen! Was Wimbledon für die Tennisspieler und das Berliner Olympiastadion für den DFB-Pokal, dies ist der Polizeihundesportplatz für die Kirschkernweitspucker. Und so zog die große Schar der Anhänger dieser traditionellen Veranstaltung am ersten Kirmessonntag wieder hinaus ins Freie! Und der Umzug sollte sich lohnen. Bei idealen äußeren Voraussetzungen entwickelte sich in allen drei Disziplinen spannende Kämpfe um die heiß begehrten Plätze auf dem Siegerpodest.

Bei den Junioren konnte sich Gül Ali Alpulla mit einer Weite von 13,17 m nach spannendem Kampf letztendlich deutlich vor Nayda (12,18 m) behaupten. Dritter wurde Guido Pesch, dessen Kirschkern bei einer Weite von 11,43 m die Puste ausging.

Dramatik und Spannung total bei den Damen: Lange sah es so aus, als ob sich mit Ceylan Aydin eine Weltmeisterin vergangener Tage erneut in die Siegerliste eintragen könnte, führte sie das Feld der Teilnehmerinnen doch mit einer Weite von 12,56 m an. Dann jedoch der große Auftritt von Birgit Pohl. Ob es an der besonderen Thermik während Ihres Versuches lag, oder ob sie eine günstigere Flugbahn gewählt hat ist nicht mehr nachzuvollziehen, Ihr Kern blieb jedenfalls bei 12,62 m liegen. Ganze 6 cm hatte sie am Ende Vorsprung und somit wurde sie zur neuen Weltmeisterin gekürt. Dritte im Feld wurde Petra Sebastian, die ihren Kern auf 11,17 m spuckte.

Bekannte Gesichter auf dem Treppchen beim Seniorenwettbewerb. Die „Alten Haudegen“ Oliver Kuck, Wolfgang Schlepütz und Guido Kall konnten sich erneut dem Ansturm der „Nachwuchsspucker“ erwehren und die vorderen Plätze unter sich ausmachen. Sieger mit einer Weite von 17,46 m wurde der mehrmalige Weltmeister Oliver Kuck vor Wolfgang Schlepütz mit 17,06 m und Guido Kall, 16,62 m.
Unter den Klängen der Deutschen Nationalhymne überreichten der damalige Stadtdirektor Eckhard Creutz und Platzmeister Max Röntz den Siegern Urkunden, Geld- und Sachpreise.
Nach der gelungenen Rückkehr zum Polizeihundesportplatz waren sich die Organisatoren des Vermessungsamtes schnell einig: Das Kirschkernweitspucken wird auf Jahre hinaus eine Freiluftveranstaltung bleiben!!!

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Jahr 1997

Das Kirmes-Jubiläum - 100 Jahre Annakirmesplatz - brachte neuen Wind in den 23. Wettkampf um die Weltmeisterschaft im Kirschkernweitspucken. Die Zahl derjenigen, die für Presse, Rundfunk und Fernsehen berichteten, war höher als sonst. Die junge Welle „1 Live“ führte spontane Interviews mit allen Sportlern, die sich auf der Wiese des Hundesportplatzes eingefunden hatten.

Zu der großen Schar der „ewigen“ Teilnehmer fügten sich auch neue Weltmeisterschaftsaspiranten, die bei den oberen Zielweiten eifrig mitmischten.
Das warme Wetter verhinderte aber leider die ganz großen, weltrekordverdächtigen Weiten: Die Bahn war einfach zu stumpf, so dass den Kernen die Ausrollstrecke fehlte. Da half auch die Spucke dem Kern nicht viel weiter!
Bei den Junioren (bis einschließlich 14 Jahre) gab es ein gelungenes Comeback von Sascha Lauterbach: Mit einer Weite von 12,52 m holte er sich nach 1995 (damals 12,38 m) erneut den Siegerpokal. Er ist bei zunehmender Lungengröße sicherlich noch steigerungsfähig und in einigen Jahren potenzieller Anwärter auf den Weltmeistertitel bei den Senioren! Guido Pesch, im Vorjahr noch Dritter, belegte mit einer Weite von 12,09 m den zweiten Platz. Auf den dritten Platz kam Tamara Kirfel mit 7,97 m.

Bei den Damen errang wieder einmal Ceylan Aydin (geb. Weyermann) den ersten Platz mit 11,07 m. Nach 1992, 1993, 1994 und 1995 wurde sie zum fünften Mal Siegerin bei den Damen. Mit 14,05 m hält sie außerdem seit 1993 die größte Siegesweite inne. Mit Marianne Marx rückte eine „Newcomerin“ nach vorne. Mit einer Spuckweite von 10,53 m belegte sie einen ausgezeichneten zweiten Platz. Dritte wurde schließlich die Weltmeisterin von 1995, Aline Mühlbauer, mit 9,73 m.

Der Seniorenwettbewerb der Herren wurde von einem neuen Wettbewerbsteilnehmer gewonnen: Martin Metzker aus Düren erreichte mit 17,24 m das Ziel zum neuen Weltmeister. Noch im letzten Jahr konnte der Altweltmeister Oliver Kuck mit einer ähnlichen Weite das „Rennen“ gewinnen, diesmal musste er sich mit Platz vier begnügen. Ingo Hidek mit 16,47 m und Ingo Bogisch mit 16,11 m folgten auf den Plätzen zwei und drei.
Der damalige Bürgermeister Josef Vosen erschien persönlich zur Siegerehrung gegen 17:00 Uhr und überreichte zusammen mit der Miss Annakirmes 1996, Ute Bartelt, die Preise: Pokal, Annakirmeskrug, Urkunde und Preisgeld konnten vor Ort in Empfang genommen werden.

Bei sonnigem Wetter mit frischer Luft auf der grünen Sportanlage sah man nach dem Wettbewerb nur zufriedene Gesichter, denn Spaß hat es allen gemacht: Den Teilnehmer, den Zuschauern und dem Organisationskomitee der Veranstaltung: dem Vermessungsamt der Stadt Düren!

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Jahr 1998

Die Gemeinde der Kirschkernweitspucker fand in diesem Jahr auf der Polizeihundesportanlage ideales Wettkampfwetter vor.
Sportmoderator Robert Wirtz von Radio Rur konnte wiederum zahlreiche Sportler und Fans an der roten Spuckbahn begrüßen. Leider fehlte der Vorjahresmeister Martin Metzker und konnte daher seinen Titel nicht verteidigen. Auch der mehrmalige Weltmeister und Rekordinhaber Oliver Kuck fand nicht den Weg zum Polizeihundesportplatz.

Bei den Junioren (bis einschließlich 14 Jahre) tauchten in der Starterliste völlig neue Teilnehmer auf. Sieger wurde der 14-jährige Jens Forster aus Düren mit einer Weite von 11,46 m. Den zweiten Platz belegte David Preussner, Düren, mit gut einem Meter Rückstand (10,27 m) und last but not least errang Thomas Betzer aus Düren mit 8,11 m den dritten Platz.

In der Riege der angetretenen Damen sah man dann schon bekannte Gesichter unter den Teilnehmerinnen und das Rennen machte die Siegerin des Jahres 1996, Birgit Pohl aus Düren-Lendersdorf. Sie bewies bei einer Weite von 12,78 m eine gute Kondition in dieser Sportart, denn mit 12,62 m errang sie bereits schon einmal den Titel. Der Kirschkern von Petra Zurhelle aus Inden endete auf der roten Plane bei 12,61 m und reichte für den zweiten Platz, gefolgt von Eva Berbuir aus Düren auf Platz 3 mit einer Weite von 11,40 m.

In der Königsklasse, dem Weltmeisterwettbewerb, zeigte sich schon in der Vorrunde, dass mit einem „Oldtimer“ bei der Endausscheidung zu rechnen ist: Wolfgang Schlepütz aus Nideggen, Kirschkernweltmeister des Jahres 1990. Zwar hatte er bei seinen drei Versuchen nur einmal das Glück auf der Bahn zu bleiben, dieser Kirschkern landete jedoch bei 15,44 m. Vor ihm lagen lediglich Ralph Schmidt mit 16,08 m und Guido Kall mit 15,61 m.

Der zweite und alles entscheidende Durchgang brachte Wolfgang Schlepütz jedoch den Sieg und somit auch wiederum den Titel mit einer Weite von 19,32 m. Vizeweltmeister wurde Raph Schmidt mit 18,56 m, während Guido Kall sich nur noch um einen Meter verbessern konnte und so einen dritten Platz errang.
Wenige Tage vor der Ausrichtung der Weltmeisterschaft hatte eine deutsche Nachrichtenagentur die Meldung verbreitet, daß Brian Krause bei einem Kirschkernweitspucken in Colorado/USA auf eine Weite von 21,88 m gekommen sei. Aus Kostengründen musste die Dürener Wettkampfleitung jedoch leider auf eine Dienstreise in die USA verzichten. Allerdings hätte man gerne erfahren, wie dort gespuckt und gemessen wird.

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Jahr 1999

Die Sonne brannte in diesem Jahre ganz besonders auf die rote Spuckbahn. Trotzdem: Alle Fans dieses sportlichen Wettbewerbs fanden sich auch in diesem Jahr wieder auf der Wiese des Hundesportplatzes ein. Auch ehemalige Weltmeister stellten sich dem Publikum, denn die Stadt Düren hatte zur 25. Weltmeisterschaft besonders zu einem Sonderwettbewerb der Weltmeister der letzten zehn Jahre eingeladen. Es traten hierzu Hans-Peter Iven (1983, 1986 und 1989), Wolfgang Schlepütz (1990 und 1998), Norbert Steven (1988) und Oliver Kuck (1991, 1992, 1995, 1996) an. Mit 19,89 m schaffte es Norbert Steven, seine „Kollegen“ auf die Plätze zu verweisen. Dabei entschieden nur wenige Zentimeter über den Sieg, denn mit 19,85 m wurde Hans-Peter Iven Zweiter, während der Mann mit der weiterhin gültigen Rekordweite von 20,66 m, Oliver Kuck, hier nur eine Weite von 19,75 m erzielte. Zur Belohnung erhielten die vier Weltmeister ein Backbuch mit entsprechenden Kuchenrezepten, wobei auch die Kirschen nicht fehlen durften.

Im eigentlichen Wettbewerb kämpfte sich im Anschluss an den Sonderwettbewerb der Ex-Weltmeister Hans-Peter Iven mit einer Weite von 20,19 m im dritten Versuch an die Spitze der Senioren. Der erste Kern blieb bereits bei einer Weite von 14,89 m liegen und der zweite Kern verließ frühzeitig die Spuckbahn. An zweiter Stelle landete Dietmar Milz mit 19,64 m und der Drittplazierte hieß Ulrich Tendyra mit einer Weite von 18,70 m.
Bei dem Wettbewerb der Damen, die mittlerweile Spaß am Spucken bekommen haben, sah man Birgit Pohl am Start. Sie kam, spuckte und siegte zum dritten Mal in dieser Disziplin mit einer stolzen Weite von 14,48 m. Mit diesem gezielten Spucken übertraf sie ihre Vorjahres-Siegesweite von 12,78 m um gut eineinhalb Meter. Es bleibt die Frage zu stellen, ob sie auch im nächsten Jahr wieder auf dem Siegertreppchen stehen wird. Aber Ceylan Aydin bleibt ihr weiterhin auf den Fersen. Sie mußte sich mit 14,19 m mit dem zweiten Platz begnügen. Die drittbeste Weite erreichte Birgit Müller aus Kreuzau-Drove mit 11,83 m.

In der Jugendklasse (bis einschließlich 14 Jahre) setzte sich Thomas Fischöder mit einer Spuckweite von 13,32 m im ersten Versuch an die Spitze, gefolgt von Thorsten Jörres mit 12,37 m und Simon Freyaldenhoven mit 11,84 m. Bei der Preisverteilung meinte bei der Sieger: Ich bewundere das hier, so weit konnte ich nie spucken.“

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Jahr 2000

Lag es an den süßen Kirschen oder am Wetter? Während die Spucker die Rolleigenschaften der Süßkirschen kritisierten, hatten Teilnehmer und Veranstalter enormes Glück mit dem Wetter: Rund um Düren regnete es derart heftig, dass Feuerwehren im Dauereinsatz waren, um Keller und Ladenlokale leer zu pumpen. Doch Petrus hatte ein einsehen mit der Annakirmes und schickte lediglich einen kurzzeitigen Nieselregen über den Kirmesplatz. Doch diese Bedingungen reichten aus, um die Weltrekordmarke in keinster Weise zu gefährden. Dafür aber sahen die zahlreichen Zuschauer auf der Hundesportanlage einen der spannendsten Wettbewerbe der letzten Jahre. Am Ende lagen winzige 27 cm zwischen dem Sieger und dem Drittplazierten. Mit einer Weite von 17,65 m siegte Wolfgang Schlepütz aus Nideggen mit minimalem Vorsprung vor Walter Zurhelle (17,57 m) und Dietmar Milz, dessen Kern eine Weite von 17,38 m erreichte.
Nicht minder spannend war in diesem Jahr der Damenwettbewerb. Hier konnte sich Bianca Ostländer aus Hürtgenwald-Gey, nach der Vorrunde „nur“ Dritte, im Endkampf steigern und mit einer Weite von 11,48 m den Weltmeistertitel gewinnen. Mit lediglich 16 cm Rückstand wurde Beatrix Scherrello Zweite, Birgit Pohl konnte sich mit erzielten 10,73 m über den dritten Platz freuen. Kuriosum: Sowohl die Zweit- als auch die Drittplazierte erzielten ihre Bestweiten jeweils im ersten Versuch! Da schien den beiden Damen im Laufe des Wettbewerbs die Puste ausgegangen zu sein!

Einen überlegenen Sieger gab es im Wettbewerb der Jugendlichen. Mit nahezu zwei Metern Vorsprung gewann Sascha Aßelhoven aus Binsfeld. Bereits sein erster Versuch (11,83 m) hätte zum Titelgewinn augereicht, doch er beendete die Konkurrenz mit einem „weltmeisterlichen“ Spuck: Bei sagenhaften 13,03 m rollte der Kirschkern aus. Zweiter wurde mit 11,20 m Hendrik Bongartz aus Düren, gefolgt von Daniel Ropertz, der sich im letzten Versuch auf 11,07 m steigern konnte und somit den dritten Platz erzielte.

Unter den Klängen der deutschen Nationalhymne überreichten dann Bürgermeister Paul Larue und Platzmeister Max Röntz den Siegern Pokale, Urkunden und Kirmesgeld. Man darf gespannt sein, ob im kommenden Jahr bei günstigeren Bedingungen und sauren Kirschen der Fabelweltrekord von Oliver Kuck verbessert werden kann. Es wäre an der Zeit, schließlich stammt der Rekord aus dem Jahre 1991.

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